Edgar Froese

Edgar Willmar Froese (* 6. Juni 1944 in Tilsit, Ostpreußen; † 20. Januar 2015 in Wien) war ein deutscher Komponist, Musiker und Künstler. Er gilt als Pionier der Elektronischen Musik und war Gründer der Gruppe Tangerine Dream.

Froese wurde im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs im ostpreußischen Tilsit geboren. Sein Vater und einige Verwandte wurden von Nationalsozialisten ermordet. Seine Mutter musste schon vor Ende des Krieges nach Berlin fliehen, wohin auch der Rest seiner Familie nach dem Krieg folgte. Froese kam aus einer Kaufmannsfamilie, und der Einzige, dem künstlerische Talente nachgesagt werden konnten, war sein Vater, der gerne Arien aus bekannten Opern sang. Da seine Familie während des Krieges allen Besitz verloren hatte, musste Froese mit 15 Jahren anfangen, für seinen Lebensunterhalt zu arbeiten. Mit 18 Jahren bekam er ein Hochbegabtenstipendium und studierte vier Jahre lang an der Berliner Akademie der Künste Malerei, Skulptur und Grafik. Um seine Ausbildung zu finanzieren, nahm er vielerlei Gelegenheitsarbeiten in einem Schauspielhaus an wie zum Beispiel Sloganschreiber, Entwurfzeichner, Radiosprecher, Schriftdesigner und Redenschreiber. Er wirkte somit früh bei Werbespots für IBM, Coca-Cola, Ford und viele andere Firmen mit. Einer seiner lukrativsten Aufträge war es, Werbeplakate für die Berliner Busse zu entwerfen. Er begann ein Abendstudium der Psychologie und Philosophie und promovierte über Kants kategorischen Imperativ. Da seine Interpretation nicht mit der akademischen Denkweise konform war, verließ er das Kolleg mit dem Spruch: „Der Staub der Universitäten liegt wie ein Leichentuch über der Wahrheit.“:1
Froese wollte ursprünglich klassischer Pianist werden. Er wandte sich schließlich der Gitarre zu und erlernte das Spielen autodidaktisch. Im Alter von 20 bis 23 Jahren gründete Froese mehrere Pop-Jazz- und Free-Jazz-Gruppen sowie Rockbands, welche er wieder verließ. Musik ohne Abenteuer war ihm „einfach zu langweilig“. Neben seinem Kunststudium und seinen musikalischen Ambitionen spielte er Hauptrollen in mehreren deutschen underground movies.
Im September 1967 gründete Froese mit Kommilitonen aus verschiedenen Fakultäten die erste Inkarnation von Tangerine Dream. Mit Gitarre, Geige, Bass und Schlagzeug spielten sie hauptsächlich auf Studentenpartys, Vernissagen und ähnlichen Sonderveranstaltungen. Die frühen Tangerine Dream waren für ihre kompromisslosen und fast anarchistischen Auftritte bekannt. Zu dieser Zeit kannte das underground movement fast keine Grenzen – je extremer der Auftritt, desto größer die Kultanhängerschaft. Ein Höhepunkt der Gruppe war der Auftritt für den Aktionskünstler Joseph Beuys und eine Serie von Konzerten in Salvador Dalís Villa im spanischen Portlligat bei Cadaqués. Dali selbst tanzte inmitten der Anwesenden und war an Froeses als „rotten, religious“ bezeichneten Musik genug interessiert, um ihn die Vorstellung dreimal wiederholen zu lassen. Wenn Bing Crosbys White Christmas in ohrenbetäubendem Gitarrenfeedback erklang oder ein Konzert mit einer einzigen 20-minütigen Bassnote begann und sich in Verkehrslärm vom Trafalgar Square auflöste, verstand das Publikum meistens, dass es der Gruppe darum ging, Strukturen traditioneller Popmusik und die darin enthaltenen Klischees zu demontieren. Nachdem eine Tonaufnahme aus einer obskuren Berliner Dachwohnung ihren Weg auf den Schreibtisch eines neugegründeten Schallplattenlabels gefunden hatte, begann für Froese eine der abenteuerlichsten Biografien, die er sich hätte vorstellen können.:1
Seine erste LP Electronic Meditation war im traditionellen, esoterischen Sinn überhaupt nicht meditativ. Musikalisch trafen Welten aus Samt und Sandpapier aufeinander. Dieses Album war in Deutschland – in Froeses Worten: „fast selbstverständlich“ – nicht erfolgreich. Die beiden Mitarbeiter des Projekts, Klaus Schulze und Conrad Schnitzler, verließen die Gruppe kurz danach, um Solokarrieren einzuschlagen. Froese führte die Gruppe weiter und nahm noch drei Alben mit unterschiedlicher Besetzung bei Ohr Records auf. Er bekam dann ein vielversprechendes Angebot des damals neuen britischen Labels Virgin Records. Mit dessen Begründer Richard Branson handelte Froese auf den Stufen eines Schallplattenladens im Londoner Stadtteil Notting Hill die Bedingungen des ersten großen Vertrags für Tangerine Dream aus. Nach zwei Tagen und einigen Partien Schach auf Richards Hausboot auf der Themse begann eine zehn Jahre dauernde Zusammenarbeit, die Tangerine Dreams weltweite Karriere startete.
Bereits als Kind erlernte Froese das Klavierspielen. Froese gründete 1962 seine erste Gruppe, in der er Gitarre spielte. Allerdings hatte Froese damals noch nicht vor, Musiker zu werden. Später half ihm seine künstlerische Ausbildung bei der Gestaltung der Plattenhüllen, wobei seine Frau Monika ihm zur Seite stand. Sie gestaltete viele Cover für Tangerine Dream und kann auch als die erste offizielle Band-Fotografin bezeichnet werden. Edgar und Monika Froese heirateten 1970, im selben Jahr kam Sohn Jerome zur Welt.
Froese lernte Salvador Dalí kennen und folgte 1967 einer Einladung, in Dalis Villa in Spanien mehrere Privatkonzerte zu geben. Hier trafen sich Künstler zu happening afternoons. Die Darbietungen waren eine Mischung aus Musik, Literatur und Malerei und können als frühe Form einer Multimediapräsentation bezeichnet werden. Zur Einweihung von Dalis Christus-Statue im Juli 1967 koordinierten sie die Musik.
Zurück in Berlin versuchte Froese, Gleichgesinnte zu finden, die ebenfalls daran interessiert waren, nicht nur die Top 40 der amerikanischen Charts nachzuspielen. Die meisten Musiker fanden jedoch seine Vorstellung, Musik und visuelle Künste in Einklang zu bringen, uninteressant. Mit ständig wechselnder Besetzung spielte Froese oft im Cafe Zodiac bei sogenannten „Nachtkonzerten“.
Aufgrund seines nordischen Aussehens bekam Froese den Spitznamen „Viking“. Mit der Band The Ones, die er bereits 1965 gegründet hatte, veröffentlichte er 1967 eine Single mit den Beat-Stücken Lady Greengrass/Love of Mine. Die Band spielte Rhythm and Blues und Rock ’n’ Roll.
Im September 1967 gründete Edgar Froese Tangerine Dream, deren Stil er maßgeblich beeinflusste. Mit ständig wechselnden Formationen brachte er mehr als achtzig Alben und Soundtracks heraus. Seine wichtigsten musikalischen Weggefährten waren dabei Klaus Schulze, Christopher Franke, Peter Baumann, Johannes Schmoelling, Paul Haslinger, Linda Spa und sein Sohn Jerome Froese.
Neben seiner Arbeit mit Tangerine Dream fand Froese immer noch Zeit, Solo-Projekte umzusetzen und zu veröffentlichen.
So erschien Mitte des Jahres 1974 Edgar Froeses erste Solo-LP Aqua auf dem Deutschrocklabel Brain. Die Aufnahmen entstanden mit dem von Günther Brunschen (TU Berlin) entwickelten Kunstkopf.
Froeses zweites Solowerk Epsilon In Malaysian Pale entstand 1975 unter dem Einfluss einer Asienreise. „Das ist, als wenn man aus der ewigen Dunkelheit des Dschungels in das pralle Sonnenlicht eines Strandes tritt – aus den Träumen der Nacht in die Realität des Tages“, wird die Platte vom Melody Maker beschrieben.
1976 brachte Edgar Froese seine dritte Solo-LP unter dem Titel Macula Transfer auf den Markt. Die Titel der einzelnen Stücke muten sehr eigenwillig an, da sie nach Flugnummern wie Qantas 611 oder OS 452 benannt sind.
1978 erschien Froeses viertes Soloalbum Ages. Als Inspirationen gab er den spanischen Architekten Antonio Gaudí an, sowie den amerikanischen Schriftsteller Henry Miller und Fritz Langs Metropolis.
Auf dem 1979er Album Stuntman verwendete Froese erstmals digitale Klänge. Unterstützt wurde er dabei von dem Hamburger Ingenieur Wolfgang Palm. Aus diesem Album stammt auch Froeses einzige Single Stuntman/Scarlet Score for Mescalero.
Edgar Froese schrieb 1982 den Soundtrack zu dem Wolf-Gremm-Film Kamikaze 1989 und veröffentlichte ihn unter seinem Namen bei Virgin. Der deutsche Film, in dem erstmals der deutsche Regisseur Rainer Werner Fassbinder in einer Hauptrolle zu sehen ist, entstand nach dem Roman Mord im 31. Stock des schwedischen Schriftstellers Per Wahlöö. Im Juni 1982 starb Fassbinder plötzlich, sodass dieser Film auch zugleich sein letztes cineastisches Werk darstellt.
Eine weitere Soloarbeit von Froese wurde 1983 veröffentlicht. Die Platte Pinnacles wurde von der Musikszene als Produktion beschrieben, „die sich nicht durch Voluminösität, sondern durch die Intensität der Stimmungen und Atmosphären auszeichnet“. Der Titel bezieht sich auf jahrtausendealte Felsformationen im australischen Nambung-Nationalpark.
Erst 1995 brachte Edgar Froese mit der Doppel-CD Beyond The Storm ein weiteres, teilweise umstrittenes Soloprojekt heraus. Darauf befinden sich dreizehn remasterte ältere Titel sowie fünfzehn neue Stücke. Vor allem die überarbeiteten Stücke stießen bei einigen Fans auf Ablehnung. Bereits bei Tangerine Dream hatte Froese große Teile des Repertoires zeitgemäß überarbeitet und neu herausgegeben, was nicht immer auf Zustimmung traf.
Im Jahr 2000 starb Edgar Froeses Frau Monika nach langer Krankheit.
Mit seiner zweiten Frau Bianca Acquaye teilte Froese die Liebe zur Kunst, sie selbst malt Acryl-Bilder. Im Jahr 2004 hatten sie eine gemeinsame Ausstellung in Berlin. Bianca schuf auch die Bilder, die auf den Tangerine Dream-Alben Inferno und Purgatorio als Cover-Artwork zu sehen sind.
Unter dem Titel The Ambient Highway erschien 2004 eine fünfteilige CD-Kollektion, in der Froese älteres Material remastert und musikalisch weitergeführt hat. Auch hier finden sich im Cover Arbeiten seiner Frau.
2005 erschien Edgar Froeses letztes Soloalbum Dalinetopia. Im selben Jahr veröffentlichte er auch seine ersten sechs Soloalben auf seinem eigenen Label Eastgate Music. Aus rechtlichen Gründen wurden die Wiederveröffentlichungen neu abgemischt und zum Teil auch neu aufgenommen, was an veränderter Covergestaltung und der Künstlerangabe „Edgar W. Froese“ (anstelle von „by Edgar Froese“) erkennbar ist.
Froese war mit David Bowie, Brian Eno, Iggy Pop, George Moorse, Friedrich Gulda und vielen anderen Weltstars befreundet.
Anfang 2013 hatte er einen schweren Unfall, als er auf Glatteis ausrutschte und eine Kopfverletzung erlitt, in deren Folge er ein halbes Jahr im Koma lag. Durch den erlittenen Kieferbruch konnte er zunächst weder essen noch sprechen. Noch Monate später hatte er erhebliche Probleme, sich zu artikulieren.
Edgar Froese starb am 20. Januar 2015 im Alter von 70 Jahren in Wien an einer Lungenembolie.

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kkStB 4

Die Dampflokomotivreihe kkStB 4 war eine Schnellzug-Schlepptenderlokomotivreihe der k.k. österreichischen Staatsbahnen (kkStB), deren Lokomotiven ursprünglich von verschiedenen verstaatlichten Privatbahnen stammten, für diese von der kkStB bestellt oder von der kkStB selbst beschafft wurden.
So wurden die 4.01–180 von der kkStB selbst beschafft, die 4.181–193 entstanden durch Umbau aus kkStB 3.01–13. Die 4.194–195 wurden von der kkStB für die Lemberg-Czernowitz-Jassy-Eisenbahn (LCJE) bestellt und die 4.196–199 stammten von der Böhmischen Westbahn (BWB). Die vier BWB-Maschinen hatten ursprünglich die Namen GERSTNER, REDTENBACHER, SCHNIRCH und VIGNOLES. Die 4.201–214 schließlich entstanden 1904 durch Umnummerierung aus den kkStB 104.01–14, von denen die ersten 13 ursprünglich von der kkStB für die Kaiser-Franz-Josephs-Bahn beschafft wurden. Die 4.214 war auf der Strecke Niederlindewiese–Barzdorf eingesetzt. Die Privatbahnen hatten ihre Lokomotiven nach Vorbild der kkStB-Reihe fertigen lassen. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass die 4.100–199 1904 durch Umnummerierung aus den 5.00–99 hervorgingen.
Die Reihe 4 war die erste von der kkStB selbst beschaffte Schnellzuglokomotive, die sich aber noch stark an vorhandenen Vorbildern orientierte. Mit den von Privatbahnen übernommenen und umgebauten Maschinen erreichte diese Reihe immerhin eine Stückzahl von 213 Loks. Geliefert wurden die Loks dieser Reihe von der Wiener Neustädter Lokomotivfabrik, von der Lokomotivfabrik Floridsdorf, von Krauss in Linz und der Lokomotivfabrik der StEG.
Die EWA hatte ebenfalls ähnliche Lokomotiven, die als Reihe IIa bezeichnet wurden.
Nach dem Ersten Weltkrieg kamen Vertreterinnen der Reihe 4 zur PKP als Reihe Od13, zur ČSD als Reihe 254.2, zur FS als Reihe 543, zur JDŽ und CFR, die ihnen vor der Ausmusterung keine eigene Reihennummer zuwiesen, und zur BBÖ unter Beibehaltung der Reihennummer. Die ČSD schied ihre Maschinen bis 1937 aus, die BBÖ stellte sie bis 1930 außer Dienst.
Bei der Deutschen Reichsbahn erhielten die noch vorhandenen Maschinen während des Zweiten Weltkrieges die Baureihenbezeichnung 36.70.
Die in der Tabelle angegebenen Dimensionen verstehen sich als typische Werte dieser zusammengewürfelten Reihe.
kkStB: Schnell- und Personenzug- | Güterzug- | Leichte | Schmalspur- | Dampftriebwagen | Schlepptender | Wasserwagen 
BBÖ: Schnell- und Personenzug- | Güterzug- | Leichte | Schmalspur- | Dampftriebwagen | Schlepptender 
ÖBB: Dampflokomotiven | Dampftriebwagen | Schlepptender 
Alte Staatsbahnen: SStB | NStB | ÖStB | SöStB | LVStB | Tiroler StB 
Privatbahnen: KFNB | StEG | ÖNWB / SNDVB | SB
Sonstige: k.u.k. HB

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Joachim Mehlhausen

Joachim Mehlhausen (* 3. Juni 1935 in Berlin; † 3. April 2000 in Düsseldorf) war ein deutscher evangelischer Theologe und Kirchenhistoriker.

Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Hamburg, Zürich, Basel und Bonn wurde Mehlhausen 1965 mit einer bei Ernst Bizer entstandenen Arbeit zum Dr. theol. promoviert. Als Assistent Bizers 1965–1973 konnte er sich 1971 habilitieren. 1973 wurde er Pfarrer der Bonner Kreuzkirchengemeinde, 1976 Landeskirchenrat der Evangelischen Kirche im Rheinland. Als Oberkirchenrat und hauptamtliches Mitglied der rheinischen Kirchenleitung war er ab 1981 für die Ausbildung und Prüfung des theologischen Nachwuchses zuständig, bis er 1987 auf eine Professur für Kirchengeschichte und Kirchenordnung an der Universität Tübingen berufen wurde. Hier wirkte er bis zum Herbst 1998, als er durch einen Gehirnschlag dauerhaft das Bewusstsein verlor.
Nach Arbeiten zur Geschichte der Reformation und des 19. Jahrhunderts waren Mehlhausens Forschungen im letzten Jahrzehnt seines Lebens überwiegend dem deutschen Protestantismus unter dem Nationalsozialismus sowie in der Nachkriegszeit gewidmet. Seit 1988 war er Vorsitzender der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte. Ferner war er Mitherausgeber des theologischen Lexikons Theologische Realenzyklopädie sowie der Zeitschriften Evangelische Theologie, Zeitschrift für Kirchengeschichte und Verkündigung und Forschung. 1990–1995 war er Erster Vorsitzender der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie.

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Balquhain

Der Recumbent Stone Circle (RSC) von Balquhain (auch als Chapel of Garioch oder Inveramsay bekannt) liegt etwa drei Kilometer südwestlich von Inverurie in Aberdeenshire in Schottland, in einem Feld, an einem Hang mit Blick auf die A96. Merkmal von RSCs ist ein liegender Stein begleitet von zwei stehenden, hohen, oft spitz zulaufenden „Flankensteinen“, die sich innerhalb des Kreises oder nahe dem Kreis befinden. Der Steinkreis von Balquhain ist jedoch weitgehend zerstört und nur vier Steine des Kreises und ein Outlier stehen aufrecht.
Der Kreis wurde zuerst im Jahre 1829 von J. Logan beschrieben. Der ursprüngliche Durchmesser war unsicher. F. R. Coles ermittelte 1900 einen Durchmesser von 19,5 m, während A. Thoms Messung von 1980 einen Durchmesser von 20,7 m ergab.
Der liegende Stein aus weißkörnigem Granit ist 3,8 m lang, 1,05 m dick und in der Mitte etwa 1,7 m hoch. Sein Gewicht wird auf über zehn Tonnen geschätzt. A. Burl vermutet dass er nicht aus der Gegend stammt. Die Außenfläche ist sehr flach und wirkt beinahe bearbeitet, während die Innenseite sehr unregelmäßig ist. Obwohl der liegende Stein Fundamente aus einem großen und mehreren kleinen Steinen hat, die an der inneren Basis sichtbar sind, liegt er ein wenig schräg.
Die Flankensteine des „liegenden Steins“ sind verschieden. Der umgefallene östliche Stein ist eine zwei Meter lange feinkörnige Platte aus grauem Eruptivgestein, während das 2,25 m hohe westliche Gegenstück ein spitzer, grober Stein aus rötlichem Quarzit mit weißen Quarzeinschlüssen ist. Einer der Einschlüsse bildet in der Mitte der Innenseite ein elliptisches Auge.
Die Höhen der restlichen aufrechten Kreissteine waren wahrscheinlich zum liegenden Stein hin abgestuft, was ebenso ein charakteristisches Merkmal der RSCs ist wie die Platzierung des liegenden Steines im Südwesten des Kreises. Anhand der Abstände der verbliebenen Steine lässt sich schätzen, dass der Kreis einst zwölf Steine hatte, wobei diese Zahl nur durch eine Ausgrabung zu bestätigen ist.
Der spektakulärste Stein dieses Platzes gehört nicht zum Kreis. Es der massive 3,2 m hohe dreikantige, spitz zulaufende Outlier aus weißem Quarz, der etwa 3,5 m außerhalb des Kreises steht. Kein anderer RSC hat einen solchen Outlier.
Der gefallene östliche Flankenstein hat vier Schälchen (engl. cups) auf seiner Oberfläche. Der Kreisstein im Südwesten hat mindestens 24 cups. Nur die liegenden Steine von Milltown of Rothiemay (119) und Sunhoney (31) haben mehr. Neuere Arbeiten deuten darauf hin, dass in der frühen Phase ihrer Konstruktion wahrscheinlich alle RSCs im Inneren Ringcairns hatten, aber es gibt keine Spuren eines Ringcairns bei Balquhain.
57.306611111111-2.4415Koordinaten: 57° 18′ 23,8″ N, 2° 26′ 29,4″ W

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Spielen macht Schule

Die Initiative Spielen macht Schule ist ein Wettbewerb für Grundschulen. Das Ziel der Initiative ist es, das klassische Spielen zu fördern. 2007 haben der Verein Mehr Zeit für Kinder und das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen das Konzept für den Wettbewerb entwickelt.

2007 wurde in Hessen ein Pilotprojekt mit 172 beteiligten Grundschulen im Bereich der Staatlichen Schulämter Darmstadt-Dieburg, der Stadt Darmstadt, Wetteraukreis und Hochtaunuskreis gestartet, das 2008 auf das gesamte Bundesland Hessen sowie Bayern und Baden-Württemberg ausgedehnt wurde und für 6.000 Grundschulen ausgerichtet wurde. 2009 kam das Bundesland Nordrhein-Westfalen hinzu und das Preisgeld betrug 750.000 EUR, wovon für 46 Grundschulen und 4 Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen insgesamt 200.000,00 EUR zur Verfügung standen. 2010 waren neun Bundesländer zur Teilnahme zugelassen: Baden-Württemberg , Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Ab 2012 ist die bundesweite Ausschreibung geplant.
Der Wettbewerb findet jährlich statt. Zur Teilnahme erstellen Schulen ein Konzept, wie sie das klassische Spielen in den Schulalltag einbinden und die Spiele den Kindern zugänglich machen. Dieses wird von einer Fachjury bewertet. Die Gewinnerschulen erhalten als Preis eine Auswahl an Spielen, um ein Spielzimmer einrichten zu können. 2010 wurden Spiele im Wert von 750.000,00 EUR an 205 Grundschulen vergeben. Diese hat im Vorfeld das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen auf ihren pädagogischen Wert geprüft. Die Kultusministerien der beteiligten Bundesländer unterstützen die Initiative. Die Spiele stiften Mitgliedsunternehmen des Deutschen Verbandes der Spielwaren-Industrie, u. a. Märklin, Ravensburger und der Tipp-Kick-Hersteller Edwin Mieg OHG. Bis 2010 sollten 800 Spielzimmer in Grundschulen eingerichtet werden.

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Liemarvin Bonevacia

Liemarvin Bonevacia (* 5. März 1989 in Curaçao) ist ein curaçaoischer Leichtathlet, der auf den 400-Meter-Lauf spezialisiert ist.
Bonevacia ist Student am Peter Stuyvesant College und trainiert beim Leichtathletikteam Trupial. 2011 stand er bei der Sommer-Universiade 2011 in Shenzhen über 400 Meter im Halbfinale, über 200 Meter im Viertelfinale. Bei den zentralamerikanischen und karibischen Meisterschaften im gleichen Jahr verfehlte er die Qualifikation für das Finale.
Im April 2012 qualifizierte er sich beim Grand Prix International Ximena in Medellín (Kolumbien) für die Olympischen Spiele 2012 in London. Seine Zeit von 45,77 Sekunden waren zugleich neuer Landesrekord für Curaçao, Tagsdarauf verbesserte er auch den Landesrekord über 200 Meter auf 20,82 Sekunden.
Nachdem das Nationale Olympische Komitee der Niederländischen Antillen infolge der Auflösung des Inselverbandes seine Anerkennung durch das IOC verloren hatte, erhielt er die Erlaubnis, in London als Unabhängiger Olympiateilnehmer an den Start zu gehen.
Dort verbesserte er im Vorlauf seine persönliche Bestzeit auf 45,60 Sekunden und zog als Dritter in das Halbfinale ein. Im Halbfinale gab er auf und spazierte ins Ziel.

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Anastassija Anatoljewna Gladyschewa

Anastassija Gladyschewa 2013
Anastassija Anatoljewna Gladyschewa (russisch Анастасия Анатольевна Гладышева, * 27. November 1987 in Perm) ist eine russische Skispringerin.

Gladyschewa gab ihr internationales Debüt am 8. August 2009 im Skisprung-Continental-Cup. Der Sommer 2009 sowie die Wintersaison 2009/10 verliefen erfolglos für sie. Sie blieb in allen Springen hinter den Punkterängen. Ihre beste Platzierung war ein 33. Platz in Lillehammer. In der Saison 2010/11 pausierte sie international. Erst zu Beginn der 2011/12 stieg sie wieder in den Continental Cup ein und gewann auf Anhieb bei ihrem ersten Springen in Rovaniemi ihre ersten Continental-Cup-Punkte. Nach zwei 16. Plätzen erhielt sie am 3. Dezember 2011 erstmals die Nominierung für den neugeschaffenen Skisprung-Weltcup der Damen. In Lillehammer erreichte sie von der Normalschanze den 46. Platz und blieb damit ohne Weltcup-Punkte.
Nach weiteren Platzierungen außerhalb der Punkteränge gelang Gladyschewa am 11. Februar 2012 in Ljubno erstmals der Sprung unter die besten 30. Mit dem 29. Platz gewann sie ihre ersten zwei Weltcup-Punkte. In Oslo am Saisonende gewann sie einen weiteren Punkt und beendete die Saison 2011/12 auf dem 49. Platz der Weltcup-Gesamtwertung. Nach zwei guten Springen in Villach im Rahmen des FIS-Cups im Juli 2012 startete Gladyschewa ab August beim Skisprung-Grand-Prix. Beim Teamspringen in Courchevel erreichte sie mit der Mannschaft den zehnten Platz. Im kasachischen Almaty gelang ihr der Sprung unter die besten zwanzig. So erreichte sie die Plätze 18 und 17. Am Ende erreichte sie den 26. Platz in der Gesamtwertung.
Die ersten Weltcup-Springen der Saison 2012/13 verliefen für Gladyschewa erfolglos. Verpasste sie beim Saisonauftakt in Lillehammer die Punkteränge mit Platz 32 nur knapp, lag sie in den folgenden Weltcups deutlich dahinter. Erst auf der Zaō-Schanze im japanischen Yamagata gelang ihr mit dem 23. und mit dem 22. Platz wieder ein Punktegewinn. Auch in Ljubno sprang sie erneut in die Punkte.
Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2013 im Val die Fiemme erreichte Gladyschewa im Einzel Platz 26. Im Mixed-Team-Wettbewerb erreichte sie gemeinsam mit Denis Kornilow, Irina Awwakumowa und Dmitri Wassiljew den neunten Platz.
Nach der Weltmeisterschaft startete sie erneut im Continental Cup und konnte dabei in Örnsköldsvik mit dem dritten Platz ihren ersten Podestrang der Karriere erreichen.

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Georg von Sodenstern

Georg von Sodenstern (* 15. November 1889 in Kassel; † 20. Juli 1955 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie und Oberbefehlshaber der 19. Armee im Zweiten Weltkrieg.

Georg von Sodenstern trat nach seiner Kadettenausbildung am 13. März 1909 als Fähnrich in das 3. Oberschlesische Infanterie-Regiment Nr. 62 ein, in dem er am 27. Januar 1910 zum Leutnant befördert wurde. Mit seinem Regiment zog er 1914 als Kompanieoffizier in den Ersten Weltkrieg. Am 25. Februar 1915 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im Krieg wurden von Sodenstern beide Klassen des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 18. August 1917 wurde er zum Hauptmann befördert.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er in die Reichswehr übernommen und zunächst im Reichswehr-Infanterie-Regiment 27 eingesetzt. Es folgte die Verwendung als Kompaniechef im 6. Infanterie-Regiment.
1924 wurde er als Stabsoffizier zum Gruppenkommando 2 nach Kassel versetzt. 1925 kam er in den Generalstab des Infanterieführers III nach Potsdam. 1926 erfolgte die Versetzung in die Heeres-Organisationsabteilung (T 2) beim Reichswehrministerium in Berlin. Im folgenden Jahr wurde er direkt dem Truppenamt zugeteilt und wurde am 1. Februar 1928 zum Major befördert. 1931 wurde er dann zum Adjutanten des Chefs des Truppenamtes ernannt. Als solcher wurde Georg von Sodenstern am 1. Oktober 1932 zum Oberstleutnant und am 1. September 1934 zum Oberst befördert.
Am 15. Oktober 1935 übernahm er als Kommandeur das neuaufgestellte Infanterie-Regiment 65 in Delmenhorst. Dieses Amt gab er im August 1937 ab und wurde anschließend Chef des Generalstabs des VI. Armeekorps in Münster. Nachdem er am 1. März 1938 zum Generalmajor befördert worden war, wurde von Sodenstern am 1. Dezember 1938 Chef des Generalstabs beim Gruppenkommando 2.
Bei der Mobilmachung zum Zweiten Weltkrieg wurde er Chef des Generalstabes der Heeresgruppe C unter Wilhelm Ritter von Leeb, welche während des Polenfeldzugs für die Verteidigung der Westgrenze zuständig war. Am 1. Februar 1940 erfolgte die Beförderung zum Generalleutnant. Am 6. Februar 1940 wurde er Chef des Generalstabes der Heeresgruppe A unter Generaloberst Gerd von Rundstedt, mit der er am Westfeldzug teilnahm. Am 19. Juli 1940 wurde er hierfür mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet und am 1. August 1940 zum General der Infanterie befördert. Aufgrund der Ernennung Rundstedts zum Oberbefehlshaber West im Oktober 1940 blieb er danach bis Anfang 1941 im Westen tätig.
Durch die Umbenennung der Heeresgruppe A zu Beginn des Angriffs auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 wurde von Sodenstern nun Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Süd. Hier diente er unter den Generalfeldmarschällen von Rundstedt, Walter von Reichenau und Fedor von Bock.
Bei der Teilung der Heeresgruppe für die bevorstehende Sommeroffensive Fall Blau Anfang Juli 1942 wurde er dann zum Chef des Generalstabes der Heeresgruppe B unter Maximilian von Weichs ernannt. Für seine Leistungen in dieser Funktion wurde ihm am 2. Januar 1943 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Im Juli 1943 wurde er in die Führerreserve versetzt.
Am 13. August 1943 wurde von Sodenstern wieder aktiviert und im Westen Oberbefehlshaber der Armeegruppe Felber, aus der er die 19. Armee aufstellte. In dieser Funktion war er unter anderem verantwortlich für die deutschen Maßnahmen im italienischen Besatzungsgebiet in Südfrankreich beim Kriegsaustritt Italiens. Ende Juni 1944 wurde von Sodenstern durch General der Infanterie Friedrich Wiese abgelöst und aus der Wehrmacht ehrenvoll verabschiedet.
Ab 1946 wirkte Sodenstern im Rahmen der deutschen Abteilung der kriegsgeschichtlichen Forschungsgruppe der United States Army, der Operational History (German) Section der „Historical Division“, an der Ausarbeitung von Studien zum Zweiten Weltkrieg mit. Sodenstern präsidierte seit 1954 einem „Arbeitskreis für Wehrforschung“ als Galionsfigur, tatsächlicher Macher war Jürgen Rohwer. Die beiden gaben von da an eine Wehrwissenschaftliche Rundschau heraus, die zuvor seit 1950 im Verlag E.S. Mittler & Sohn verlegt worden war, später bei Lehmanns in München. Aufgabe dieses Vereins war die „Verbreitung von historischen Themen über das Wehrwesen“. Den Verein finanzierte die Dienststelle Blank, der getarnte Vorläufer der Bundeswehr, mit hohen Mitteln laufend aus dem Etat des Bundespresseamtes.
Sodenstern starb am 20. Juli 1955 in Frankfurt am Main.

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Abd ar-Rahman Swar ad-Dahab

Abd ar-Rahman Swar ad-Dahab (arabisch عبد الرحمن سوار الدهب, auch Abdel Rahman Swar al-Dahab) (* 1930 in al-Ubayyid, Schamal Kurdufan, Sudan) war vom 6. April 1985 bis zum 6. Mai 1986 Präsident des Sudan.
Abd ar-Rahman Swar ad-Dahab wurde 1930 in der Stadt al-Ubayyid geboren und schloss sein Studium an der sudanesischen Militärakademie ab. Er wurde bekannt, als der ehemalige Präsident des Sudans, Dschafar Muhammad an-Numairi, ihn zu seinem Stabschef machte und er anschließend 1984 Verteidigungsminister und oberster Befehlsführer der Armee wurde. Nach einem militärischen Putsch gelangte er am 6. April 1985 an die Macht und wurde Präsident des Sudans. Wie versprochen, räumte er 1986 sein Amt, um den Weg für freie Wahlen frei zu machen. Am 6. Mai 1986 trat Sadiq al-Mahdi das Amt als neuer Präsident des Sudans an. Abdel Rahman Swar al-Dahab wurde 1987 Vorsitzender der Islamic Call Organization, was er bis heute (Dezember 2006) noch ist.
Ibrahim Abbud | al-Chatim al-Chalifa | Ismail al-Azhari | Dschafar Muhammad an-Numairi | Babikar an-Nur Uthman | Dschafar Muhammad an-Numairi | Abd ar-Rahman Swar ad-Dahab | Ahmad al-Mirghani | Umar al-Baschir

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Neckeraceae

Neckera crispa
Die Neckeraceae sind eine Familie der Moose.

Es handelt sich um pleurokarpe Moose. Das besondere Kennzeichen der Moose dieser Familie innerhalb der Ordnung ist die Stellung der Blättchen. Zwar sind diese spiralig am Stämmchen angewachsen, sind aber so gedreht, dass die Blattflächen alle in einer Ebene liegen. Hierdurch entsteht eine scheinbar zweizeilige, flache Beblätterung. Durch diese Wuchsform sind die Einzelblättchen häufig asymmetrisch.
Eine Blattrippe kann vorhanden sein oder nicht. Selten gibt es eine doppelte Rippe. In jedem Fall hört die Rippe weit vor der Blattspitze auf. Die Zellen der Blattfläche sind oval (kurz bis länglich) und stets glatt, also nicht papillös. Die Blattflügelzellen sind nicht besonders differenziert.
Die aufrechte Kapsel ist oval bis länglich oval. Das Peristom besteht aus zwei Reihen von Zähnen und insgesamt 16 Zähnen, wobei die innere Peristomreihe oft kürzer als die äußere ist, manchmal sogar fast ganz reduziert ist. Die Kalyptra ist kappenförmig asymmetrisch.
Die meisten Arten der Familie bilden ausgedehnte, verzweigte und oft sehr stark glänzende Rasen. Viele Arten vermehren sich vegetativ durch die Bildung von Flagellen.
Die Neckeraceae sind weltweit in den Tropen und in den gemäßigten Regionen verbreitet. Sie wachsen meist auf Rinde oder auf Stein.
Die Neckeraceae werden in die Ordnung Hypnales gestellt. Die Familie besteht aus 31 Gattungen mit rund 335 Arten. In Europa kommen die folgenden drei vor:

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